Vorschau
Ausstellungen 2002/2003

 

20. Februar
bis 16. Juli 2003


Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Auch Du gehörst dem Führer
Nationalpolitische Erziehung in den Schulen der NS-Diktatur"

23. Februar - 30. Juli 2003

"Auch Du gehörst dem Führer", ursprünglich Motto eines Plakates, das für den "BdM" warb, verdeutlicht in eindeutiger Weise den diktatorischen Stil, mit dem die nationalsozialistischen Machthaber versuchten, ihre Ideologie von der Volksgemeinschaft auch den jungen Leuten aufzuoktroyieren. Denn das Zitat "Auch Du gehörst dem Führer" impliziert in seiner Absolutheit, dass sich dem niemand widersetzen kann und man ausweglos in das Führer-Gefolgschafts-Prinzip eingebunden war. Schließlich war die Ideologie des Nationalsozialismus die eines totalitären Systems, das alle Lebensbereiche der Bürger mit einschloss und in die der Staat kompromisslos eingriff. Wenn sich auch die Schulpolitik der Nationalsozialisten anfänglich als konzeptionslos und widersprüchlich darstellte, so war das Ziel der schulischen Erziehung doch deutlich definiert: "Normierung des Nachwuchses" und "Eingliederung in die Volksgemeinschaft" - also: totale Ausrichtung auf die nationalsozialistische Ideologie und die absolute Identifikation mit derselben. Demzufolge fand eine deutliche Verlagerung der inhaltlichen Schwerpunkte statt.
Schon in der Grundschule wurden die Kinder auf ihre zukünftigen Aufgaben in der "Volksgemeinschaft" vorbereitet. In den Fibeln und Lesebücher waren Führerkult und Volksgemeinschaft die herausragenden Themen.
Mit bunten Bildern, Liedern und Gedichten, quasi auf spielerischer Ebene, wurde ihnen alles so schmackhaft gemacht, dass es einem Kind schwer fallen musste, nicht dabei sein zu wollen.
In den weiterführenden Schulformen wurden vor allem die Fächer Deutsch, Sport, Geschichte und Biologie dazu genutzt, die "neuen Werte" der "Volksgemeinschaft", hier insbesondere die der Rassenideologie mit ihren Begriffen wie "Rassesinn" und "Rassegefühl" zu verankern. In erster Linie dem Rassenkundeunterricht, als Teilbereich der Biologie, fiel eine besondere Rolle zu. Hier wurde den Schülern die angebliche Überlegenheit des "nordischen Menschen", eines blonden, blauäugigen Phantasiewesens, über die anderen "minderwertigen" Völker der Erde verkündet. Dementgegen stellten die Nationalsozialisten die Juden als die Verursacher des Bösen, um in der Bevölkerung eine Legitimation für die Judenvernichtung zu bekommen.
Über den schulischen Unterricht hinweg leisteten Schulfeiern, Flaggenappelle, Auf-märsche und die besondere Atmosphäre von Schulfahrten und Lageraufenthalten ihren Beitrag zur Indoktrination der Jugend. Das bedeutete für die Schüler eine erfreuliche Abwechslung und gab ihnen zugleich das Gefühl, einen wertvollen Beitrag zur "guten Sache" geleistet zu haben.
Vor diesem Hintergrund versucht die Ausstellung der Frage nachzugehen, wie es den damaligen Machthabern gelungen ist, im Rahmen einer fächerübergreifenden "nationalpolitischen Erziehung" ihre ideologischen Gehalte in die Schule einzubringen und dort zu verankern. Das kann verständlicher Weise nur an ausgewählten Beispielen geschehen.

Begleitprogramm zur Ausstellung

"Dem Führer in Treue ergeben - ihm gehört unser junges Leben"
Schulklassenprogramm für die Jahrgangstufen 9 - 13

Dauer: 90 Minuten; Kosten: 2,25 Euro pro SchülerIn; 0,75 Euro pro Begleitperson

"Alle Jugend dem Führer"
Führung für Besuchergruppen
Dauer: 60 Minuten; Kosten: 30 Euro pro Gruppe plus Eintritt 0,75 Euro pro Person

Information und Buchung der museumspädagogischen Angebote und Führungen unter Tel. 0231 61 30 95