Museumsgeschichte
und Sammlung
In der Schausammlung des Museums ist das praktische bürgerliche Kochbuch des 19. Jahrhunderts wieder in den breiten Reigen des zeitgenössischen Schrifttums der Erziehungsliteratur und praktischen Lebenshilfen für Frauen eingeordnet.

Im Mittelpunkt stehen die Werke der Kochbuchautorin Henriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. Seit der Erstauflage im Jahre 1845 sind bis in die heutige Zeit unzählige Bearbeitungen ihres "Praktischen Kochbuchs" in Gebrauch geblieben.
 
  Vorratshaltung und Konservierung
 

Praktische Kochbücher, Erziehungsschriften und Haushaltsratgeber
 
Kochbücher waren im 19. Jahrhundert nicht zur Rezeptsammlungen, sondern auch praktische Ratgeber für Frauen zur Organisation ihres Haushaltes. Die Kochbücher orientierten sich am gesellschaftlichen Leitbild der christlichen bürgerlichen Familie und beschrieben die daraus abgeleiteten, streng reglementierten Lebensweisen für Frauen und Männer. Diesem Ideal suchte nicht nur das Bürgertum, sondern gleichfalls die Kleinbürger- und Arbeiterfamilie nachzueifern. Das Kochbuch bildet somit den Mikrokosmos, von dem ausgehend die größeren Lebenszusammenhänge, das Bild der Familie und das Frauenverständnis im 19. Jahrhundert und die Auswirkungen bis in heutige gesellschaftliche Konventionen nachgezeichnet werden.
 


Deutsches Kochbuchmuseum, Innenansicht
 
Entsprechend vermittelt die Ausstellung mit Exponaten wie Puppenküchen, Herden und anderem Kochgerät Einblicke in das Leben von Frauen im 19. Jahrhundert. Darüber hinaus zeigt sie Aspekte der Davidis-Rezeption bis 1960.