Das Deutsche
Kochbuchmuseum


ist kalorienarmer Genuss pur. Die Küchendüfte der Urgroßmütter, die Tortentürme und Bratenberge, die Pasteten und Terrinen sprechen alle Sinne an. Doch nur das Auge isst mit. Im Mittelpunkt steht die bekannte Kochbuch-Autorin Henriette Davidis, die von 1856 - 1876 in Dortmund lebte. Ihre Kochbücher waren im 19. Jahrhundert nicht nur Rezeptsammlungen, sondern auch praktische Ratgeber für den Haushalt.

Damit verraten sich Kochbücher auch als Geschichtsbücher: Gesellschaftsleben und Küchentechnik, Sozialunterschiede und Tischkultur formen sich zu anschaulichen Bildern ihrer Zeit. Die Kochbücher der Henriette Davidis orientieren sich am gesellschaftlichen Leitbild der christlichen, bürgerlichen Familie und beschreiben die daraus abgeleiteten, streng reglementierten Lebensweisen für Frauen und Männer.

Nicht Kochbücher allein, auch Puppenküchen, Herde und viele andere historische Küchengeräte geben Einblicke in das Leben von Mädchen und Frauen im 19. Jahrhundert. Gezeigt werden die Veränderungen in der Küchentechnik bis 1960. Und dabei erweist sich: Es wird längst nicht alles neu gerührt. Viele Ideen Henriette Davidis haben auch noch heute Bestand, erleben gar eine Renaissance oder werden neu interpretiert - sicher nicht immer im Geist der legendären Kochbuchautorin.

Ein Backhaus und ein Kräutergarten, angelegt nach historischen Vorbildern, runden die Angebote der Buschmühle zur Kulturgeschichte des Kochen, Essens und Trinkens ab.

Das Kochbuchmuseum versucht, Inhalte und Funktionen von Kochbüchern in Form von Ausstellungen zu präsentieren, damit also seiner eigentlichen Aufgabe als Museum zu entsprechen. Es beabsichtigt nicht, nur eine Schau wertvoller Erstausgaben und bibliophiler Preziosen zu sein. Die zum Museum gehörige Bibliothek mit ihren historischen Bestanden versteht sich als ein Ort für Forscher oder Benutzer, die an Spezialfragen interessiert sind.